architektur hören im pocket format #2

ab 15. juni 2020 /kassensaal, Ehem. länderbank von otto wagner

ARCHITEKTUR HÖREN KUFFNER STERNWARTE 22. Sep 2016

Régis Bringolf, Geige, im Kassensaal von ehem. Länderbank von Otto Wagner,

Hohenstaufengasse 3, 1010 Wien

ab 06. Juli 2020

 

Architektur Hören im pocket format

Wie funktioniert das?

Wir mischen Analog und Digital:

Zuerst suchen wir bemerkenswerte Räume, die von dafür ausgewählten Musikern bespielt werden.

Wir überlassen Ihnen diese Aufnahmen zum persönlichen Anhören.

Natürlich ist uns bewusst, dass Sie sie überall anhören könnten – das würde jedoch nicht der zugrunde liegenden Idee entsprechen.  Also: fein anziehen, raus aus der Wohnung und Kulturgenuss an ausgewählten Orten!

 

Das Musikstück  „Allemanda“  aus Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo, BWV 1004 von J.S Bach wurde vom Gründer des Hugo Wolf Quartetts und Alban Berg Ensemble Wien, Regis Bringolf, für diesen Ort ausgewählt und von ihm selbst dort aufgeführt.

 

Der Kassensaal der ehem. Länderbank kann zu den üblichen Bürozeiten besichtigt werden, soweit dort keine Veranstaltungen stattfinden. Bitte daher um kurzfristige telefonische Voranmeldung beim Portier mit dem Hinweis, dass sie „ARCHITEKTUR HÖREN“ wollen (Tel. 01-716o6-4100). Damit sollte dem Musik- und Architekturgenuss nichts im Wege stehen. Über ihr persönliches Feedback freuen wir uns schon jetzt!

 

 


Auch wenn es leicht zu genießen ist (download, hingehen...), steht dahinter ein KÜNSTLER, ein MENSCH, der seine Talente dafür eingesetzt hat.

Das möchten wir honorieren und danken für Ihre freiwillige Spende unter:

Raiffeisenbank Wien
AT 36 3200 0000 1200 4446
BLZ 32000
Verwendungszweck: AH im Pocket Format #2

 

Der gesamte Betrag geht in vollem Umfang an den Künstler.

Danke für Ihre Unterstützung! 

Wir danken Regis Bringolf und Walter Pöhn


ehemalige k.k. priv. österr. Länderbankk von otto wagner

 

Immer wieder stehen Freundinnen und Freunde der Architektur in der Hohenstaufengasse und suchen die Hausnummer 3. Nicht auf den ersten Blick wird bei der Betrachtung der Fassade an jener Adresse sichtbar, dass es sich bei diesem Bauwerk um ein architektonisches Juwel handelt, das noch dazu von einem berühmten Architekten stammt: von Otto Wagner (1841-1918), der dieses Gebäude als Sitz der kurz davor gegründeten „k.k. privilegierte österreichische Länderbank“ im Jahr 1884 errichtete. Auf den zweiten Blick überraschen die großen Proportionen in dieser Gründerzeitfassade im Stil der Neorenaissance. So markieren etwa riesengroße, über vier Meter hohe Kastenfenster die beiden Hauptgeschoße dieses viergeschossigen Hauses.

 

Ein aufwändig gearbeitetes schmiedeeisernes Tor öffnet das hohe Portal und führt über eine kurze Treppe in ein kreisrundes Vestibül, in dessen Mitte einen die „Austria“ begrüßt. Die in Marmor und Bronze ausgeführte Statue von Johannes Benk (1844-1914) – eine so genannte „National-Allegorie“ – wurde erst vor 20 Jahren wieder auf ihrem angestammten Platz aufgestellt, nachdem sie über viele Jahre verschollen war.

 

Das Vestibül erschließt insbesondere den Kassensaal und das Stiegenhaus. Beide sind besonders repräsentativ ausgestaltete Räume. Der Weg in den Kassensaal erfolgt freilich nicht in gerader Fortsetzung der Eingangsachse, wie man sich das in einem Repräsentationsbau erwarten würde, sondern biegt wegen der beengten Grundstücksverhältnisse links ab. Dabei kommt der kreisrunden Form des Foyers eine besondere Rolle zu, denn die bloß seitliche Situierung des wohl bedeutendsten Raumes einer Bank wird kaum spürbar – die Besucherinnen und Besucher werden unwillkürlich in die Kassenhalle gelenkt, ohne dass spezielle Orientierungshilfen erforderlich wären und die mangelnde Lage an einer geradlinigen Hauptachse bemerkt würde. Konstruktiv ist diese Raumstruktur als „Achsenknick“ ausgearbeitet: Die zentrale Hauptachse des Gebäudes knickt wegen der beengten Grundstücksverhältnisse in einem Winkel von 22 Grad nach links ab, oder anders formuliert: Die Hauptachse schwenkt um einen Sechzehntel-Kreis. Das gesamte Raumprogramm des Gebäudes folgt dieser Grundkonstruktion und stellt eine in Fachkreisen viel beachtete architektonische Meisterleistung von Otto Wagner dar, der zum Zeitpunkt der Errichtung noch am Beginn seiner großen Karriere stand.

 

 

Auszug aus einem Beitrag von Klaus Hartmann, derzeit prov. Leiter der Sektion III im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, der diesen speziellen Ort für ARCHITEKTUR HÖREN geöffnet hat, herzlichen Dank!